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Ja, ich bin Mormone  Verfasst: Samstag, den 23. Februar 2008 01:39

Im Sommer 1973 war in Südostasien noch Krieg, und ich wurde von der US-Luftwaffe einem Stützpunkt in Thailand zugewiesen. Nie ist mir etwas schwerer gefallen als der Abschied von meiner Frau und meinen beiden kleinen Kindern. Nur die Beruhigung, die ich in dem Segen empfunden hatte, den mein Vater mir gegeben hatte, gab mir den Mut, auf das wartende Flugzeug zuzugehen. Er hatte mir in dem Segen verheißen, ich würde nicht gezwungen werden, an irgendwelchen unrechtmäßigen Unternehmungen teilzunehmen, und ich würde rein bleiben und zu meiner Familie zurückkehren

Nach ein paar Tagen Überlebenstraining für den Dschungel, das ich auf den Philippinen durchlief, kam ich an meinem Bestimmungsort auf Thailand an, wo ich einem Kampfbataillon als Offizier für Navigation und Waffensysteme zugeteilt war. Ich war entschlossen, gute Arbeit zu leisten und das Jahr so schnell wie möglich hinter mich zu bringen.

Am Abend nach meiner Ankunft kamen die anderen Bataillonsmitglieder von einem Bombeneinsatz zurück, und ich wurde eingeladen, mit ihnen ihre sichere Rückkehr zu feiern. Ich betrat mit einiger Besorgnis den Raum, wo ich die Leute kennenlernen sollte, die in den nächsten zwölf Monaten meine „Familie” bilden sollten. Das Fest war voll im Gange. Ich lehnte ein alkoholisches Getränk höflich ab, nahm eine Limonade und versuchte in leisen Unterhaltungen inmitten der dröhnenden Musik und der Rauchschwaden verborgen zu bleiben.

Der Reihe nach wurde ich den anderen vorgestellt und stand schließlich mit dem Bataillonskommandeur, einem Oberst, an der Bar. Er legte den Arm um mich und ließ mich nicht mehr Ios, und so mußte ich mir seine Geschichten von Flugzeugen, gewagten Abenteuern und gefallenen Kameraden anhören.

Bald ertönte ein Signal, und die Männer versammelten sich um die Bar herum. Die Musik wurde abgestellt, und es wurde sehr still. Ein tägliches Ritual wurde vollzogen. Jedem wurden ein kleiner Drink, ein sehr starkes alkoholisches Getränk, eine Limone und etwas Salz serviert. Als die Reihe an mir war, sagte ich leise und möglichst unverkrampft: „Nein, danke, ich bleibe lieber bei meiner Limonade.”"

„Das ist aber eine Bataillonstradition”, sagte der Mann.

Verschiedene Gedanken schossen mir durch den Kopf. „Warum ich? Warum vor dem ganzen Bataillon? Warum am allerersten Abend?” Ich bemühte mich, daß meine Stimme selbstbewußt klang, während ich erklärte, daß ich keinen Alkohol trank, aber gern mit meiner Limonade anstoßen wollte.

Das Schweigen wurde noch intensiver, und der Griff des Kommandanten um meinen Hals wurde fester. „Leutnant”, sagte er, „ich befehle Ihnen, diesen Drink anzunehmen. Sie werden ihn trinken, und wenn ich ihn Ihnen selbst hinunterkippen muß.”

Ich überlegte mir, wie weit ich wohl kam, wenn ich es auf einen Kampf ankommen ließ. Ich stellte mir das Ergebnis vor, außerdem das unangenehme Gespräch mit meinem Vorgesetzten und die Bitte um eine Versetzung. Wieder fragte ich mich: „Warum ich?” Ach ich wünschte mir, ich wäre achttausend Meilen weit weg und zu Hause bei meiner Familie. Dann fiel mir die Verheißung ein, die mein Vater vor einer Woche ausgesprochen hatte. Ich raffte in dem erwartungsvollen Schweigen all meinen Mut zusammen und sagte: „Es tut mir leid, aber ich trinke keinen Alkohol.”

Die Luft war spannungsgeladen. Ich betete von ganzem Herzen: „Himmlischer Vater, hilf mir, diesen Abend zu überstehen.”

Der Oberst lehnte sich zurück, maß mich mit einem Blick und erwiderte: „Sie werden diesen Drink annehmen ...”

Ich betete.

Dann fügte er hinzu: „... außer wenn Sie Mormone sind.”

Was für eine Erleichterung! Warum hatte ich das nicht bereits gesagt? Schämte ich mich, weil ich deshalb keinen Alkohol trank? Glaubte ich nicht daran, daß Gott dieses Gebot voll Weisheit gegeben hat? Ich antwortete: „Ja, ich bin Mormone.”

Er fragte mich noch einmal, um sich zu vergewissern, daß ich ihm nichts vormachte. Dann sagte er: „Ein Glas Limonade für diesen Mann.”

Als ich an dem Abend betete, dankte ich dem himmlischen Vater für die Lektion, die mir so weit von zu Hause entfernt erteilt worden war. Ich dankte ihm für meinen irdischen Vater, der seinen Sohn unter Inspiration gesegnet hatte. Ich war dankbar, daß jetzt jeder von meiner Überzeugung wußte und daß in den nächsten zwölf Monaten das gesamte Bataillon darauf achten würde, daß ich mich an meine Verpflichtung hielt. Ich war dankbar, daß irgendwo ein anderer Heiliger der Letzten Tage sich nicht gescheut hatte, dem Oberst zu erklären, warum er ein reines Leben führte. Auch ich nahm mir fest vor, immer ohne Zögern zu sagen: „Ich bin Mormone.”

 

David K. Skidmore, April 1987

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An der Spitze  Verfasst: Sonntag, den 16. März 2008 19:33

Wir waren 27 Leute. alle zwischen 18 und 19 Jahren alt, außer einem. der 21 war und den wir „Pop” nannten. Drei weitere waren anfangs bei unserer Luftwaffentruppe gewesen, hatten jedoch die zermürbende Grundausbildung der Royal Canadian Air Force nicht durchgestanden. Wir waren monatelang intensiv ausgebildet worden, um eine Gruppe von jungen Männern abzulösen, die kaum älter waren als wir und die hinter dem Maschinengewehr im Plexiglascockpit noch immer über Deutschland ihr Leben gaben.
Es war Brauch, den Abschluß der Grundausbildung gebührend zu feiern. Jede Truppe war zuversichtlich, daß sie jede beliebige andere Truppe im körperlichen Wettkampf schlagen konnte. Die Abschlussfeier am Ende der Grundausbildung diente immer als Beweis der Rekruten, daß man niemandem unterlegen war.
Unsere Truppe machte da keine Ausnahme. Jugendlicher Übermut drängte uns, die militärische Disziplin einen Abend lang abzuschütteln und lärmend zu demonstrieren, daß wir die Besten waren. Wir wollten an diesem Abend alles Vergnügen eines ganzen Lebens erleben. So setzten sich also alle 27 auf dem Rasen zusammen, um unsere Abschiedsparty zu besprechen.
Ich fühlte mich sehr einsam, als ich mich dazusetzte, und empfand zum erstenmal, seit unsere Gruppe gebildet worden war, nicht den geringsten Wunsch dazuzugehören. Ich hörte zu, wie die anderen lachten und grinsten, als man beschloß, einen regelrechten Nachtklub auf die Beine zu stellen, und merkte, wie die Aufregung immer größer wurde, als man besprach, was wohl das unterhaltsamste Programm wäre. Jemand meinte, daß jeder seine besten Ideen beitragen müsste, und nachdem fünf oder sechs Burschen lautstark verkündet hatten, was sie sich vorstellten, sagte irgendwer: „Wir wollen mal hören, was Green zu sagen hat.”
Green war der einzige Mormone in der Gruppe und hatte nicht das geringste Verlangen, irgend jemandem auch nur ein Wort zu sagen. Er hatte nur einen Wunsch: unbemerkt wegzugehen. Wie sagt man 26 jungen Männern, die nicht der Kirche angehören, daß man jeden Sonntag mit einem weiteren Mormonen aus einer anderen Fliegergruppe eine Gemeinde besucht? Wie soll man ihnen klarmachen, was einem ein Missionsheim bedeutet, wo man jeden Sonntag zum Essen eingeladen ist und wo man sich jeden Sonntagabend um das Klavier versammelt, um mit den Missionaren Lieder zu singen, bevor man mit der letzten Straßenbahn vor dem Zapfenstreich zurück zur Kaserne fährt? Wie konnte man 26 Nichtmitgliedern verständlich machen, wie kalt und trostlos diese Straßenbahnfahrt jedesmal war? Konnten sie verstehen, wie sehr man es verabscheute, eine Kaserne wieder zu betreten, wo oft schon das erste Wort, das man hörte, den Begriff „Liebe" verhöhnte?
Als mir diese Fragen durch den Kopf schossen, mußte ich mir immer wieder sagen: „Sie verstehen das nicht. Es ist ihnen auch gleichgültig. Sie würden nur lachen und spotten. Ihre Vorstellung von dieser Abschiedsparty zeigt ja, was ihnen am Leben wichtig ist. Es hat gar keinen Sinn, mit ihnen zu reden.” Irgendwie mußte ich mir aber etwas einfallen lassen, damit ich mich aus der Klemme ziehen konnte und an der Party nicht teilnehmen mußte. Ich ärgerte mich über mich selbst, weil ich nun, wo ich so lange mit diesen Leuten zusammengearbeitet hatte, plötzlich einen Rückzieher machen sollte. Ich ärgerte mich auch über sie, weil sie mich in eine Situation gebracht hatten, der ich nicht gewachsen war. Sie würden mich als den Letzten abstempeln, den sie bei ihrer Party haben wollten, und ich hatte sie bereits als unfähig abgestempelt, eine Party zu organisieren, an der ich teilnehmen wollte.
„Wir wollen mal hören, was Green zu sagen hat.”
He, Green, du hast noch kein Wort gesagt. Was sollen wir auf der Party machen?"
Green holte tief Luft, starrte mißmutig auf das Gras vor sich und schickte sich zum Rückzug an: „Nun, wenn ich zu einer Abschiedsparty ginge ... ich würde ein nettes Mädchen mitbringen,... das heißt, es dürfte kein Trinkgelage werden. kein Rauchen, kein Fluchen geben.”
Er wagte nicht, irgend jemand anzusehen, und versuchte, sich auf die Attacke gefaßt zu machen, die nun kommen mußte.
Und dann geschah es. Eine Minute lang war alles still. Man hätte eine Stecknadel ins Gras fallen hören können. Dann sagte einer auf der gegenüberliegenden Seite des Kreises:.,Also ... "
Jetzt sollte es also losgehen. Jeder würde nun ihm der Reihe nach die Meinung sagen. woraufhin er sich still zurückziehen und seine weltlichen Kumpels ihrem Schicksal überlassen konnte.
.,Also ...ich meine, ich würde auch gern ein nettes Mädchen bringen ... " Neben ihm sagte jemand: „Tja. wer würde das nicht ... ?“
Eine weitere Minute lang war wieder alles still, dann sagte plötzlich rechts von ihm jemand: „Ich schlage Green als Conferencier vor." Es gab keinen Gegenvorschlag.
Eine Woche später brachten 27 Soldaten ihre hübsch gekleideten Freundinnen zu der Party. Es wurde weder getrunken noch geraucht, und es war auch kein Fluch zu hören. Man aß gut, hatte Spaß beim Tanzen, die Musik war erstklassig, und jeder würde sich gern an eine Abschiedsparty erinnern, die anders war.
Ich erinnere mich noch - nicht ohne ein peinliches Gefühl — an meine Gedanken. als wir uns an jenem sonnigen Nachmittag auf dem Rasen zusammensetzten. Ohne es zu beabsichtigen, beeinflußte ich das Leben dieser 26 jungen Männer ein wenig. Ich hatte sie abgeschrieben. Großzügig und, tolerant, wie sie waren, stellten sie mich an die Spitze — und gerade diesen Platz nehmen auch sie in meiner Erinnerung ein.
Hohn A. Grenn, Juni 1978

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Nicht für den Körper  Verfasst: Donnerstag, den 17. April 2008 13:41

Während der letzten beiden Jahre meiner Ausbildung zum Zahnarzt konnte ich die wöchentlichen Vorlesungen eines der besten Kiefer- und Gesichtschirurgen der Welt besuchen. Er hatte eine lange und intensive Ausbildung genossen. Nachdem er das Studium der Zahnmedizin abgeschlossen hatte, hatte er weitere akademische Grade in Kieferorthopädie, Mundchirurgie, plastischer Chirurgie und Pathologie erlangt. Aufgrund seiner Fähigkeiten war er ein gefragter Chirurg, der in vielen Teilen der Welt Operationen durchführte, um nach einem Unfall einen Mund oder ein Gesicht wiederherzustellen oder um einen Tumor zu entfernen, der ein entstelltes Gesicht zurückließ, so daß die besonderen Fähigkeiten dieses Arztes gebraucht wurden, um das Gesicht wiederherzustellen.
Wir hatten wöchentliche Vorlesungen bei diesem bekannten Chirurgen. Sie wurden im Hörsaal der Anatomie abgehalten, so daß die Studenten sehen konnten, welche Krankheit ein Patient hatte und was für Ergebnisse durch den chirurgischen Eingriff erzielt wurden. In den Vorlesungen vor der Behandlung wurden die klinischen Befunde und die Laborbefunde vorgestellt und die möglichen Krankheitsursachen erörtert.
Es war interessant, wie oft die Krankheitsursache einer der schädlichen Stoffe war, die der Herr der Menschheit durch den Propheten Joseph Smith offenbart hat. Die Tatsache, daß der Herr das Wort der Weisheit - mit all den wichtigen Ratschlägen, was für unseren Körper von Nutzen ist und was ihm schadet - offenbart hat, lange bevor dieses Wissen von den Medizinern gelehrt wurde, ist für mich ein großes Zeugnis, daß Joseph Smith vorn Herrn als Prophet der Wiederherstellung berufen war.
Während dieser Vorlesungen hätte ich meine Augen schließen und mir vorstellen können, ich wäre in einer unserer Kirchenversammlungen und würde über die Segnungen des Wortes der Weisheit belehrt. Bei fast jeder Vorlesung brandmarkte dieser bekannte Chirurg den Tabak wegen seiner schädlichen Auswirkungen, die wir mit eigenen Augen sehen konnten.
Zu jener Zeit galt das Rauchen als eine der Hauptursachen von Lungenkrebs bereits als erwiesen. Weniger bekannt war jedoch, daß Tabak auch Mundkrebs verursachte. In jenem Hörsaal sah ich als junger Student die zerstörerischen Auswirkungen von Krebs im Bereich des Mundes und des Gesichts, die nicht nur dem Rauchen zugeschrieben wurden, sondern auch dem Kautabak. Wenn dieses starke Reizmittel ständig mit dem Mundgewebe in Berührung gebracht wurde, führte das oftmals zu Tumoren, die das ganze Gesicht verunstalteten.
„Und weiter: Tabak ist nicht für den Körper, auch nicht für den Bauch, und ist nicht gut für den Menschen.” (LuB 89:8.)
Auch Alkohol wurde in diesen \Vorlesungen als Reizmittel gebrandmarkt, das im empfindlichen Gewebe von Mund und Rachen andere Arten von Tumoren verursachte.
„Und weiter: Starkes Getränk ist nicht für den Bauch.” (LuB 89:7)
Auch über Tee und Kaffee wurde gesprochen, nicht nur wegen ihrer nachteiligen chemischen Auswirkungen auf den Körper, sondern auch wegen der Temperatur der Getränke. Diese Getränke werden oft so heiß getrunken, daß viele Leute, ohne es zu merken, nahezu kochende Flüssigkeit zu sich nehmen. Auch hier konnte man die schädlichen Auswirkungen beobachten.
„Und weiter: Heißes Getränk ist weder für den Körper noch für den Bauch” (LuB 89:9.)
Warum aber wirken sich diese Stoffe auf diese Weise aus? Warum erkrankt der eine daran, und ein anderer hat in derselben Situation niemals gesundheitliche Probleme?
Unser Dozent erklärte, daß sich die Zellen unter normalen Umständen auch ganz normal verhalten; gewisse Faktoren können jedoch auslösen, daß die Zellen außer Kontrolle geraten. Die Zellen können dann zu schnell wachsenden und zerstörerischen Tumoren werden, die das Gesicht verunstalten oder sogar lebensbedrohend sind. Wie empfindlich die Zellen auf einen solchen auslösenden Faktor reagieren, hängt von der Natur des einzelnen ab. Bei manchen Menschen genügt eine ganz geringe Stimulation, um die Zeltveränderung auszulösen, während andere resistenter zu sein scheinen. Dieses innere Empfindlichkeitsniveau, bei dem die Zellveränderung ausgelöst wird, wäre eine Erklärung dafür, warum manche Menschen lange leben und offenbar von gesundheitlichen Problemen verschont bleiben, während andere sehr schnell erkranken.
Mit diesem Wissen begreifen wir vielleicht auch, warum es im Wort der Weisheit heißt: „ ...angepaßt der Fähigkeit der Schwachen und Schwächsten unter allen Heiligen.” (LuB 89:3.) Wenn jemand gegen einen bestimmten schädlichen Stoff nur in geringem Maße resistent ist, löst unter Umständen bereits ein einmaliges Zusammentreffen die unerwünschte und gefährliche Zeltveränderung aus.
Es ist interessant, wie weit die Medizin heute gekommen ist und die Worte eines Propheten bestätigt, der das Wort der Weisheit, dieses großartige Gesundheitsgesetz, offenbart hat, als die darin enthaltenen Grundsätze kaum bekannt waren.
Als junger Student war ich von den Kenntnissen dieses hervorragenden Chirurgen zutiefst beeindruckt. Er schien ein umfangreiches Wissen zu haben, und ich war fasziniert von seinen Fähigkeiten. Und dennoch war sein Wissen nur gering, wenn man es mit dem Wissen des großen „Arztes” vergleicht, der die Aussätzigen heilte, Lazarus von den Toten auferweckte und den Blinden das Augenlicht schenkte. Von ihm stammt das Wort der Weisheit, und die medizinische Wissenschaft holt nur langsam auf.
Heute liefert jeder Tag mehr und mehr Beweise, die zeigen, wie wichtig es ist, nach dem Gesundheitsgesetz des Herrn zu leben, und wie gefährlich diese verbotenen Stoffe für unseren Körper sind. Die öffentliche Meinung hat sich teilweise der Wahrheit zugewandt. Gesundheitlich fit zu sein, steht heute hoch im Kurs. Millionen Dollar werden für Trainingsgeräte und Fitness-Clubs ausgegeben. Beute wird zumindest ein Teil des Wortes der Weisheit von einigen eher akzeptiert, doch hat der Satan für jeden fehlgeschlagenen Plan immer noch einen anderen bereit – Drogen, Unsittlichkeit, Pornographie und die Schwächung der Familie.
Ich werde immer dankbar sein für den weisen Rat meines starken und inspirierten Vaters, der mir gesagt hat: ,Wenn du bei der ersten Versuchung Nein sagst, brauchst du dir keine Gedanken darüber zu machen, ob du bei der zweiten Nein sagen kannst." Das Wissen, daß ich mir keine weiteren Gedanken zu machen brauchte, wenn ich die Kraft hatte, heim erstenmal Nein zu sagen, schenkte mir viel Sicherheit. Es lag nur an mir.
Was wir nicht tun sollen, kommt im Wort der Weisheit (LuB 89) klar zum Ausdruck. Doch die Führer der Kirche und die heiligen Schriften, vor allem das Wort der Weisheit, sagen uns auch vieles, was wir jeden Tag für unsere Gesundheit tun können.
„Wären wir mehr darauf bedacht, uns an den Teil des Wortes der Weisheit zu halten, in dem es darum geht, was wir tun sollen, so wäre es wohl leichter, uns auch daran zu halten, was wir nicht tun sollen.” (John A. Widtsoe, Generalkonferenz, April 1926.)

DAS KÖNNEN WIR TUN:
BEWEGUNG: Geistiges Wohlergehen ist wesentlich, aber wie man sich körperlich fühlt, ist ebenfalls von Bedeutung. Haben Sie jeden Tag genügend Bewegung? Präsident Ezra Taft Benson hat gesagt: „Ruhe und körperliche Bewegung sind ganz wesentlich. Ein Spaziergang an der frischen Luft kann den Geist erfrischen.” (Ensign, November 1974, Seite 66.)
SCHLAF: Es stimmt, daß im Abschnitt 89 nichts darüber steht, wie lange wir jede Nacht schlafen sollten, aber schlagen Sie doch einmal LuB 88:124 auf: „Hört auf, länger als nötig zu schlafen. Geht früh zu Bett, damit ihr nicht müde seiet; steht früh auf, damit ihr an Körper und Verstand gestärkt seiet.”
Ihr Körper braucht ausreichend Ruhe. Das heißt aber nicht, daß man den ganzen Tag verschlafen soll.
ERNÄHRUNG: Die richtige Ernährung ist eine weitere Möglichkeit, gut für seinen Körper zu sorgen. In der heiligen Schrift heißt es, daß Körnerfrucht gut für uns ist (siehe LuB 89:14) und daß Fleisch vom Menschen gebraucht werden soll, jedoch sparsam (LuB 89:12).
Unser gütiger himmlischer Vater belehrt uns beständig darüber, was unserem Glück und unserer Gesundheit dient. Wir können uns dafür entscheiden, seinen offenbarten Rat gewissenhaft zu befolgen und somit im täglichen Leben gesegnet zu sein. Durch Untersuchungen und Experimentieren wird die Welt mit der Zeit diese Wahrheiten herausfinden, wie ich es als junger Student erfahren habe. Wer jedoch gläubig und gehorsam ist, erfreut sich unterdessen bereits der Segnungen.
Harold G. Hillam, Juni 1996

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So stark wie zehn  Verfasst: Freitag, den 25. April 2008 04:09

Ich bin ihm nur ein einziges Mal begegnet: in einer Abendmahlsversammlung für die HLT-Soldaten des 15. Regiments der 3. Infanteriedivision während des Koreakriegs. Wir waren ungefähr fünfzehn Mann und hockten dichtgedrängt in einem Bunker in der vordersten Linie. Wir benutzten zum Abendmahl unsere eigenen Feldbecher und nahmen die Kekse aus unsrer Tagesration; und da es der erste Sonntag im Monat war, gaben wir danach unser Zeugnis.
Er stellte sich uns als Sergeant Stewart aus Idaho vor und erzählte uns dann, wie der Herr ihn im letzten Monat gesegnet hatte. Mir fiel auf, daß er von kleiner Statur war — ungefähr 1,65 m groß — und etwa 72,6 kg wog; er hatte kräftige Arme und Schultern. Er erzählte beiläufig, seit seiner Kindheit sei es sein größter Ehrgeiz gewesen, ein guter Sportler zu werden. Die Trainer hatten ihn wegen seiner kleinen Statur nicht in eine Mannschaft aufgenommen und deshalb hatte er sich den Einzelsportarten zugewandt und einigen Erfolg als Ringer und Weitstreckenläufer geerntet. Er war ohne Dienstgrad nach Korea gekommen; doch zehn Monate später trug er schon die Sergeantenstreifen — und sie waren wohlverdient, wie wir bald feststellen sollten.
Sergeant Stewart sprach in seinem Zeugnis über seinen Kompaniechef, Leutnant Jackson, und er bezeichnete ihn als einen Riesen. Er sei 2 m groß, wiege 121 kg und sei in seiner Collegezeit ein hervorragender Sportler gewesen. Der Sergeant sprach in glühenden Worten von ihm und nannte ihn den tapfersten, klügsten und besten Kompaniechef in der gesamten US-Infanterie, der von seinen Männern nichts verlange, was er nicht selbst zu tun bereit sei. Er beschrieb ihn mit deutlichem Stolz als den Mann, als außergewöhnlichen Offizier und als wirklichen Christen, der alle inspiriere, die das Glück hätten, seine Untergebenen zu sein. /
Einige Tage vor unserem Abendmahlsgottesdienst war Sergeant Stewart einer Streife zugeteilt worden. Streifenführer war Leutnant Jackson. Der Sergeant selbst ging am Schluß der Streife, die in Rautenformation den steilen Hügel hinunterkletterte. Als sie fast unten angekommen waren, wurden sie von feindlichen Scharfschützen unter Feuer genommen. Eine Salve aus einer automatischen Handfeuerwaffe riß dem vorangehenden Leutnant die Seite auf. Es gelang ihm noch, sich im Fallen hinter einen nahen Felsen und einen Baum zu ziehen, während die anderen hastig den Hügel hinaufkrochen und sich dort wieder sammelten.
Da Sergeant Stewart nach dem Leutnant der Ranghöchste war, lag die Verantwortung für die Streife nun bei ihm. Er formierte seine Männer sofort zu einer halbmondförmigen Verteidigungslinie und befahl dem größten und augenscheinlich stärksten, hinunterzugehen und den Leutnant herauszuholen. Die anderen würden ihm Feuerschutz geben.
Der Soldat blieb ungefähr eine halbe Stunde weg und kehrte dann allein zurück. Er konnte den verwundeten Offizier nicht tragen, denn dieser war zu schwer. Er sagte, es sei, als ob man ein totes Pferd hochheben wolle. Die Männer brummten vor sich hin, daß es wohl besser sei, sich zurückzuziehen, bevor noch jemand getroffen werde. Einer sagte: „Laßt doch den Leutnant liegen; er ist ja nur ein Nigger!" In diesem Augenblick wandte sich Sergeant Stewart seinen Männern zu und sagte in bestimmtem Ton, indem er sich zu seiner vollen Größe von 1,65 m erhob: „Es ist mir gleich, ob er schwarz oder grün ist oder sonst eine Hautfarbe hat. Wir lassen ihn nicht zurück. Er würde uns in einem ähnlichen Fall auch nicht zurücklassen. Außerdem ist er unser Kommandeur, und ich liebe ihn wie einen Bruder."
Einen Augenblick war es still. Dann ging der Sergeant auf einen Unteroffizier zu und sagte ruhig und bestimmt zu ihm: „Sie übernehmen das Kommando — und warten hier auf uns. Ich hole ihn.”
Vorsichtig und so geräuschlos wie möglich kroch er unter vereinzeltem Scharfschützenfeuer auf den Leutnant zu. Als er ihn schließlich erreichte, war Leutnant Jackson durch dem Blutverlust sehr geschwächt; er versicherte dem Sergeanten, daß es hoffnungslos sei — sie brächten ihn doch nicht rechtzeitig zur Sanitätsstation. In diesem Augenblick kam dem Sergeanten sein starker Glaube an den himmlischen Vater zu Hilfe. Er nahm den Helm ab, kniete neben dem verwundeten Leutnant nieder und sagte: „Leutnant, beten Sie mit mir.”
Wir lauschten gebannt seinem Zeugnis. Es war, als seien wir Zeugen eines großen menschlichen Dramas der heutigen Zeit. Liebe und Brüderlichkeit, die in der heutigen Welt so sehr fehlen, entfalteten sich vor unseren Augen. Die Tränen rannen dem Sergeanten übers Gesicht während er sprach — und wir weinten stumm mit ihm. Er konnte sich nicht mehr auf alles besinnen, was er in diesem Gebet gesagt hatte; doch er entsann sich, den Herrn daran erinnert zu haben, daß er niemals in seinem Leben geraucht und niemals Alkohol in irgendeiner Form genossen habe.
An diesem Punkt holte er etwas weiter aus und erklärte, daß er den Alkohol und den Tabak nicht nur wegen seiner religiösen Überzeugung gemieden habe, sondern auch, weil er einen starken, gesunden Körper haben wollte, damit er seine sportlichen Ambitionen verwirklichen konnte. Als er jedoch an jenem Tag mit seinem himmlischen Vater sprach, wußte er ganz sicher, warum er in seinem jungen Leben das Wort der Weisheit so gewissenhaft befolgt hatte.
„0 Herr”, bat er, „ich brauche Kraft — mehr Kraft, als mein Körper aufbringen kann. Dieser hervorragende Mann, Dein Sohn, liegt hier schwer verwundet neben mir und braucht schnelle ärztliche Hilfe. Ich brauche Kraft, um ihn den Hügel hinaufzutragen und zu einer Sanitätsstation zu bringen, wo man ihn behandeln kann, damit er am Leben bleibt. Ich weiß, Vater, du hast dem große Kraft und Stärke verheißen, dessen Herz und Hände rein sind. Ich fühle, daß ich würdig bin. 0 Herr, gewähre mir diese Segnung.”

„Brüder”, sagte er zu uns, „während ich betete, fühlte ich, wie meine Muskeln vor Kraft anschwollen; und ich wußte in diesem Augenblick so sicher wie nie zuvor, daß Gott die Gebete Seiner treuen Kinder wirklich hört und beantwortet. Ich dankte Ihm demutsvoll, sagte Amen, setzte den Helm auf, beugte mich zu meinem Kompaniechef hinunter, hob ihn vorsichtig auf und legte ihn mir über die Schulter. Dann begannen wir langsam den Aufstieg — Leutnant Jackson flüsterte unter Tränen Worte des Danks und sprach mir Mut zu.”


Ich bin Sergeant Stewart nur ein einziges Mal begegnet. Wir durften knappe zwei Stunden mit ihm zusammen sein. Ich verspürte seine Größe, als ich in jenem Bunker saß und diesem außergewöhnlichen jungen Mann lauschte. Sein Geist hat meinen Geist angerührt, und seine wahrhaft christliche Haltung und sein bewegendes Zeugnis, daß Gott unser Vater ist und daß alle Menschen Brüder sind, haben meinen Glauben gestärkt.

Ben F. Mortensen, Militärgeistlicher im Koreakrieg, Juli 1969

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Laufen und nicht müde werden  Verfasst: Samstag, den 26. April 2008 20:11

Ich war noch nicht ganz zwölf Jahre alt, aber ich arbeitete bei der Getreideernte schon richtig an der Seite meines Vaters. Das war vor mehr als 60 Jahren. Er schnitt das Getreide, und ich band es zu Garben zusammen. Es war eine mühselige Arbeit; und so ging es Tag für Tag.
An einem Samstag begannen wir bei Tagesanbruch mit der Ernte und hörten etwa um 20.30 Uhr auf. Ich war so müde, daß ich mich nur hinlegen und schlafen und nicht einmal auf das Abendessen warten wollte.
Mein Vater schaute mich an und sagte liebevoll: „Leo, das Getreide, das ich heute geschnitten habe, war noch sehr grün. Wenn wir mit dem Aufhocken bis Montag warten, werden die Körner geschrumpft sein. Wir müssen es heute abend tun. Es ist helles Mondlicht draußen. Meinst du, daß du mir helfen kannst?”
Ich unterdrückte die Tränen und nickte.
Mein Vater sagte: „Gut, wir werden etwas Abendbrot essen, ich werde den Schweinen etwas vorschütten, und dann wollen wir das Getreide zu Hocken zusammenstellen.”
Bald hatten wir unsere aus Brot und Milch bestehende Mahlzeit beendet; aber ich war noch immer so müde, daß ich kaum den Kopf heben konnte. Als mein Vater hinausging, um die Schweine zu füttern, saß ich am Tisch und dachte voller Bitterkeit: „Ich habe nie geraucht oder getrunken; ich habe immer das Wort der Weisheit befolgt. Im Buch ,Lehre und Bündnisse' heißt es, daß man, wenn man das Wort der Weisheit hält, rennen und nicht müde werden, laufen und nicht schwach werden soll. Und ich bin so müde, daß ich kaum meinen Kopf heben kann.” Mein Mund verzog sich, als ich die Tränen der Erschöpfung zurückzudrängen versuchte.
Es ist unmöglich, zu beschreiben, was dann geschah: Mir schien, als ob ein schöner weißer Lichtstrahl in meinen Körper eindrang und jede Faser darin füllte. Ich stand auf, als mein Vater zurückkam, und wir gingen aufs Feld.
Mein Vater war ein sehr schneller Arbeiter; aber an jenem Abend konnte er nicht mit mir Schritt halten, obwohl er sich so doll anstrengte wie möglich. Ich griff Garbe auf Garbe und stellte sie zu Hocken zusammen — viel schwerer als ich selbst. Und das ging sehr schnell. Ich werde nie den Ausdruck des Erstaunens in den Augen meines Vaters vergessen.
Erst nach 30 Jahren erzählte ich ihm, was geschehen war; aber er konnte sich noch immer an den Abend erinnern. Ich werde diesen Abend niemals vergessen.

Leo W. Spencer, August 1974

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