Das Wort der Weisheit, worin es heißt, daß Tabak, Alkohol, heißes Getränk und übermäßiger Fleischkonsum nicht gut für den Menschen sind, wurde bereits im Jahre 1833 offenbart. Überzeugende wissenschaftliche Beweise, die das Wort der Weisheit bestätigen, konnten jedoch erst während der letzten dreißig Jahre erbracht werden, vor allem in bezug auf Krebs.
Während der letzten fünf Jahre wurden zahlreiche wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, worin gezeigt wurde, daß Krebs unter Mormonen im allgemeinen und ebenso in Utah, wo 70 Prozent der Bevölkerung der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage angehören, nicht so verbreitet ist wie anderswo.
Interessanterweise wurden diese Untersuchungen von Forschern durchgeführt, die selbst nicht in Utah leben und auch nicht der Kirche angehören. Viele Wissenschaftler haben herausgefunden, daß das Befolgen des Wortes der Weisheit die meistverbreiteten Krebserkrankungen verhütet. Gegenwärtig sind 20 Prozent der Todesfälle in Amerika (schätzungsweise 440000 pro Jahr) auf Krebs zurückzuführen.
Utah hat die niedrigste Krebssterblichkeit sowohl in bezug auf das Lebensalter als auch auf das Geschlecht. Vor allem die durch den Genuß von Tabak hervorgerufenen Krebserkrankungen treten in Utah in verhältnismäßig geringem Umfang auf, so daß die Sterblichkeit hier im Vergleich zu den anderen Staaten der USA um 48 Prozent niedriger ist.
Zahlreiche Untersuchungen haben gezeigt, daß Raucher für nahezu jede Art von Krebs anfälliger sind als Nichtraucher. Die Organe, die am ehesten befallen werden, sind die, die mit dem Rauch direkt in Kontakt kommen, d.h. Mund, Zunge, Rachen, Kehlkopf, Speiseröhre und Lunge. Es ist jedoch interessant, daß auch weit entfernte Körperteile, die nicht direkt mit dem Rauch in Kontakt kommen, stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Beispielsweise werden bei Rauchern die Blase fünfmal, die Nieren zweimal und die Bauchspeicheldrüse 1,7mal häufiger von Krebs befallen als bei Nichtrauchern.
90 Prozent der Krebsarten, die stark mit dem Rauchen zusammenhängen, wie Lungen-, Mund-, Zungen- und Kehlkopfkrebs. würden nicht auftreten, wenn das Rauchen eingestellt würde.
(Während in der Vergangenheit manchmal argumentiert wurde, daß es für Nichtraucher ungefährlich sei, den Rauch miteinatmen zu müssen, konnte durch neuere Untersuchungen bewiesen werden, daß alle Menschen, die Rauch einatmen, gefährdet sind. Der Grad der Gefährdung richtet sich nach der Menge des eingeatmeten Rauches ‑ je mehr eingeatmet wird, desto größer ist die Gefahr, an Krebs zu erkranken.)
Viele Krebskrankheiten, die eng mit dem Rauchen zusammenhängen, lassen sich ebenfalls auf den Alkoholgenuß zurückführen. Hierzu zählt insbesondere der Krebs des Mundes, der Zunge, des Rachens, der Speiseröhre und des Magens. Da die Symptome bei den beiden Genußmitteln sehr ähnlich sind, war es schwierig, bei Statistiken über Krebs dem Tabak und dem Alkohol die ihnen eigenen Wirkungen —genau voneinander getrennt — bestimmen zu können.
In den letzten drei bis vier Jahren wurden immer mehr Beweise dafür gefunden, daß ein enger Zusammenhang zwischen Bauchspeicheldrüsen- sowie Blasenkrebs und dem Genuß von Kaffee besteht. Dieser Zusammenhang wird von verschiedenen amerikanischen Untersuchungen bestätigt, gilt jedoch noch nicht als völlig bewiesen. Weiterhin wird vermutet, daß fibrozystische Erkrankungen der weiblichen Brust mit dem Genuß von Kaffee zusammenhängen. In einigen Studien wird darauf hingewiesen, daß erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Frauen besteht, die Zysten in der Brust haben, dies trifft aber wahrscheinlich nur auf eine kleine Untergruppe von Frauen zu, die an einer ganz bestimmten Art von Zystenerkrankung leiden. Der vermutete Zusammenhang soll noch durch weitere Untersuchungen bekräftigt werden.
Das Wort der Weisheit gebietet nicht nur, Tabak und Alkohol zu meiden, sondern auch, Fleisch nur sparsam zu genießen. Gewisse Arten von Krebs werden mit übermäßigem Fleischkonsum in Verbindung gebracht, vor allem Dickdarm- und Mastdarmkrebs, zwei der in den USA am häufigsten auftretenden Krebsarten. Die bisherigen Forschungsergebnisse lassen vermuten, daß eine ballaststoffreiche Ernährung die beste Vorbeugung gegen Darmkrebs ist.
Brustkrebs ist häufiger bei übergewichtigen Frauen zu beobachten als bei normalgewichtigen. Vermutlich besteht ein Zusammenhang zwischen Brustkrebs und Cholesterin, das besonders in tierischem Fett enthalten ist.
Die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, wird durch eine Schwangerschaft vor dem 25. Lebensjahr sowie möglicherweise durch Stillen vermindert, doch mißt man gegenwärtig dem Stillen keine so große Bedeutung bei wie der Schwangerschaft.
Wenn auch den krebserregenden Stoffen in unserer Berufs- und Umwelt durch die Massenmedien immer wieder sehr viel Bedeutung zugemessen worden ist, so sind doch die wichtigsten Kriterien für die Krebsvorsorge ein solider Lebenswandel und ein gesundes Innenleben.
Der Kampf gegen den Krebs ist nicht in der Sackgasse. Wir machen Fortschritte, finden Ursachen heraus, und die Überlebenschancen werden besser.
